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mehrere Töpfe mit Mausohrhabichtskraut

Pflanzen des Bezirks #10

Janet Huber / Stiftung Naturschutz
Mausohrhabichtskraut
Katja Frenz

Mausohrhabichtskraut gerettet und umgesiedelt

Die Habichtskräuter (Hieracium) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Gattung umfasst sehr viele Arten mit zahlreichen Unterarten, die teilweise sehr schwer zu bestimmen sind. Durch unterschiedliche Fortpflanzungs- und Kreuzungsmöglichkeiten ist auch die Einordnung schwierig.

Je nach zugrunde gelegtem Artbegriff gibt es etwa 850 bis 1.000 unterschiedliche Arten. Habichtskräuter finden sich in Europa, Nordasien wie auch in Amerika. In Deutschland kommen davon etwa 180 Arten vor. In unserem Bezirk haben wir nun das sehr seltene Gabelästige Mausohrhabichtskraut entdeckt. Auf der gleichen Fläche wächst auch das in Berlin vom Aussterben bedrohte Ungarische Mausohrhabichtskraut. Seine Herkunft liegt in Ost- und Südosteuropa und es bevorzugt milde Lagen vorrangig im mittel- und süddeutschen Raum und den Tälern der östlichen Alpen.

Das griechische Wort „hierax“ bezeichnet einen Habicht oder Falken und bezieht sich vermutlich auf die Enden der Zungenblüten, die Habichtschwingen ähneln. Auch sollen die Kräuter auf hohen Felsen wachsen, die nur für Habichte erreichbar sind.

Rettungsaktion auf einer bald bebauten Brache in Friedrichshain

Eine Aufgabe der StadtnaturRangerinnen ist es, besondere und seltene Pflanzenarten zu retten. Da auf Teilen einer Brachfläche in Friedrichshain bauvorbereitende Maßnahmen durchgeführt werden sollen, nahmen die StadtnaturRangerinnen die Fläche genauer unter die Lupe. Sie entdeckten dabei die hier von Bebauung gefährdeten Mausohrhabichtskräuter.

Die Bestimmung von Habichtskräutern ist sehr kompliziert und häufig nur durch Expert*innen möglich, weil sich die verschiedenen Arten nur durch minimale Merkmale voneinander unterscheiden. Diese bestätigten die Funde.

In guter Abstimmung mit dem Eigentümer der Fläche wurden die Pflanzen von unseren Stadtnatur-Rangerinnen gesichert und in den Botanischen Garten in Steglitz gebracht. Dort werden sie nun erhalten und vermehrt. Vielleicht können sie nach Fertigstellung der Bauten ja sogar als Dachbegrünung auf dem neuen Gebäude ausgepflanzt werden. Es ist auf jeden Fall sehr erfreulich, dass selbst mitten im Innenstadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg Beiträge für das spannende Projekt zum Erhalt der biologischen Vielfalt geleistet werden können.

Wer sich gerne in diesem Bereich engagieren möchte, kann sich beim Projekt “Urbanität und Vielfalt” einbringen. Bürger*innen helfen dort bei der praktischen Vermehrung indem sie seltene Pflanzen im Blumenkasten, auf dem Balkon, im Garten oder auf Archeflächen auspflanzen.

Mehr Infos zu diesem Projekt unter: https://urbanitaetundvielfalt.de/

Text: Katja Frenz, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Umweltbildung

fachliche Zuarbeit: Janet Huber / Stiftung Naturschutz Berlin

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