Tiere des Bezirks #7

Stiftung Naturschutz / Janet Huber
Der Eichelhäher
Katja Frenz

Der Eichelhäher- Farbenprächtigster Rabenvogel im Bezirk

Der Eichelhäher (Garrulus glandarius) ist ein Singvogel aus der Familie der Rabenvögel. Unter diesen besticht er durch sein prachtvolles farbprächtiges Gefieder.

Er ist über Europa, Teile Nordafrikas und Asiens verbreitet.

Fast alle Waldtypen werden vom Eichelhäher besiedelt – vom Feldgehölz bis zum Nadelwald. Bevorzugt werden lichte Bestände. Seit einigen Jahren ist der Eichelhäher auch Stadtbewohner, insbesondere ältere Parkanlagen und Friedhöfe werden gerne genutzt.

Wir können den 32 bis 35 Zentimeter großen Vogel ganzjährig bei uns beobachten. Durch sein auffälliges Federkleid ist er einfach zu erkennen:

Eichelhäher sind rötlich braun bis rosa gefärbt. Charakteristisch sind die schwarz-weiße Flügelzeichnung und das blau schillernde Flügelfeld. Bei Erregung stellt der Eichelhäher die Scheitelfedern auf. Kehle, Steiß und Bürzel sind weiß, der lange Schwanz ist schwarz. Am Kopf sieht man deutlich einen schwarzen Bartstreif.

Er ist gerne in lockeren Grüppchen unterwegs. Sein Flug mit einer Flügelspannweite von 54 bis 58 Zentimeter wirkt etwas unbeholfen und träge. Dafür klettert er geschickt im Geäst.

Der Polizist des Waldes, Stimmenimitator und Gärtner – ein faszinierend vielseitiger Vogel!

Der Eichelhäher ein sehr aufmerksamer Mitbewohner, gerne warnt er vor vermeintlichen Gefahren. Der Warnruf des „Waldpolizisten“, wie er auch gern genannt wird ist, ein rätschendes sehr lautes „Krschäääh“. Sind wir auf Entdeckungstour in ruhigen grünen Oasen der Stadtnatur, vorrangig in der Nähe von Eichen auf Friedhöfen und Grünanlagen, aber auch im Naturerfahrungsraum Robinienwäldchen, hören wir ihn vor allem, wenn sich größere Menschengruppen nähern. Er schlägt auch Alarm, wenn er einen Raubvogel sichtet.

Was viele nicht wissen: Der Eichelhäher ist besonders begabt im Imitieren anderer Vögel, vor allem Spechte und Habichte macht er täuschend echt nach. Im Winter gehören auch leise glucksende, klagende Töne zu seinem Gesangsrepertoire.

Der Eichelhäher sammelt und versteckt Wintervorräte. Dabei kann er bis zu zehn Eicheln in seinem Kropf transportieren. Durch das Verstecken von Eicheln haben Eichelhäher erheblich zur Ausbreitung unserer Eichenwälder beigetragen. Das bringt ihm auch den Ruf eines guten Gärtners ein.

Zu seiner Nahrung gehören im Herbst neben Eicheln auch Bucheckern und andere Sämereien, Beeren, Obst und Nüsse. Tierische Nahrung nimmt er in Form von Insekten, Raupen, Kleintieren auf. Im Sommer plündert er auch das ein oder andere Nest kleinerer Singvögel und labt sich an den Eiern. Kleine Jungvögel erbeutet er eher selten.

Bild: Wildtierkamera, Projekt „Artenfinder“ im Naturerfahrungsraum Robinienwäldchen

Was kann ich für den Eichelhäher tun?

Platzieren wir ein Futterhäuschen, idealerweise mit einer größeren Plattform an einem geschützten Ort oder stellen eine Schale mit Haseln, Eicheln oder auch Walnüssen im Winter auf, wird es uns der Eichelhäher danken. Mit etwas Glück können wir ihn dann dabei beobachten, wie er eine Nuss nach der anderen in seinen Kropf füllt, um seine Vorräte dann an sicheren Orten zu verstecken. Wer weiß, vielleicht nahen ja schlechtere Zeiten?

Mit etwas Glück finden wir als Dank eine der wunderschönen kleinen blauen Federn in der Nähe der Futterstelle.

An gepflanzten heimischen Beerensträuchern wie Johannis- oder Himbeeren erfreuen sich nicht nur Kinder, auch dem Eichelhäher machen wir damit eine Freude. Haben wir mehr Platz, zum Beispiel auf dem Schulhof oder dem Kita-Außengelände, können wir auch Schattenmorelle, Schlehe oder Holunder pflanzen. Hier kann auch die Umweltbildung unseres Bezirksamtes unterstützen.

Bild: Stiftung Naturschutz Berlin

Stunde der Gartenvögel“ und “Stunde der Wintervögel” – Forschung bei der jede*r mitmachen kann

Je mehr Naturfreund*innen sich beim Beobachten und Zählen beteiligen, umso wertvoller werden die Forschungsergebnisse. Sie dienen dazu, herauszufinden, ob schleichende Veränderungen in der Vogelwelt stattfinden. Das Langzeitprojekt untersucht, welche Vogelarten in ihren Beständen sicher sind, zugenommen haben oder ob die Art in ihrer Population abnimmt und Maßnahmen zum Artenschutz erforderlich sind.

In diesem Jahr ruft der NABU wieder dazu auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden.

Im Mittelpunkt stehen vertraute Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen, Spatzen und auch der Eichelhäher.

Wann?

  • “Stunde der Gartenvögel”: Jedes Jahr am zweiten Maiwochenende sind alle Naturliebhaber*innen aufgerufen, Vögel zu notieren und zu melden. Die 18. Auflage der Aktion findet vom 13. bis 15. Mai 2022 statt. Bis zum 23. Mai dürfen Meldungen noch nachgereicht werden. Auf den Webseiten des Nabu

  • Mit der Aktion „Schulstunde der Wintervögel“ lädt die NAJU alle Lehrer*innen und Gruppenleiter*innen ein, mit Kindern Vögel kennenzulernen und zu beobachten. Wieso vergräbt der Eichelhäher Eicheln im Boden und warum plustert sich das Rotkehlchen zu einer Federkugel auf, wenn es besonders kalt ist? Diesen und anderen spannenden Fragen können die Kinder nachgehen. Jede Menge Infos auf den Webseiten der NAJU

Text: Katja Frenz, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Umweltbildung

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