Tiere des Bezirks #9

Stiftung Naturschutz / Kristina Roth
Die Gelbhalsmaus
Katja Frenz

Gelbhalsmaus: Erfinderische Kiezbewohnerin besetzt im Winter gerne Vogel-Nisthilfen

Die Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis) ist ein Säugetier und gehört zur Familie der Langschwanzmäuse, Gattung Waldmäuse. Mittlerweile ist die Gelbhalsmaus auch im städtischen Raum anzutreffen und bildet hier vor allem für Eulen eine wichtige Nahrungsgrundlage. Man kann sie in Parks, Stadtwäldern aber auch im eigenen Hinterhof antreffen. Die Gelbhalsmaus auf den Bildern beispielsweise ist eine echte Kreuzberger Hinterhofmaus.

Die Gelbhalsmaus ist eine mittelgroße Maus mit einer Kopf-Rumpflänge von 80-120 mm. Ihr Rücken ist meist gelblich braun gefärbt. Auch eine rotbraune bis tiefbraune Färbung ist möglich. Die Rückenmitte wirkt durch lange schwarze Haare meist dunkler. Der Bauch ist reinweiß gefärbt und von der Oberseite scharf abgegrenzt. Den Namen verdankt sie wohl von dem gelben Halsband, das bei fast allen Tieren vorkommt. Ein langer, zweifarbiger Schwanz und oberseits weiße Füße kennzeichnen die Gelbhalsmaus. Ihre großen, fast nackten Ohren und die große, nach außen gewölbte Augen deuten auf ihre überwiegend dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise hin.

Sprung- und Kletterkünstlerin

Gelbhalsmäuse springen und klettern außergewöhnlich gut. Ihre Baue legen Gelbhalsmäuse gern so an, dass sie nicht so einfach von Füchsen oder Wildschweinen ausgegraben werden können, etwa unter Totholz, zwischen Baumwurzeln und Steinen. Sie richten sich auch gerne, wie zuletzt im Naturerfahrungsraum Robinienwäldchen gesichtet, in Meisen- Nistkästen ein. Also gilt: Obacht bei der Nisthilfenpflege (besser im Herbst) und die Kinderstube nicht stören!

Ihre Nester polstern sie mit Laub aus. Für den Winter legen sie Vorräte, zum Beispiel aus Eicheln, Bucheckern und Samen, an. So tragen sie zur Verbreitung von Saatgut bei. Als Allesfresser verschmähen sie aber auch Regenwürmer und Insekten nicht.

Bild: Stiftung Naturschutz, Kristina Roth

Kommunikation über Duftmarken und Laute

Gelbhalsmäuse können sowohl mit Duftmarken als auch über Laute miteinander kommunizieren. Sie pflanzen sich in der Zeit von Februar bis September fort. Eine Gelbhalsmaus hat in dieser Zeit zwei bis drei Würfe mit durchschnittlich fünf bis sieben Jungen. Vor allem in dieser Zeit sind die Territorien recht groß und werden verteidigt. Auf Hilferufe von Jungtieren reagieren weibliche Gelbhalsmäuse und helfen ganz unabhängig davon, ob es das eigene Junge ist.

Zu den Feinden von Gelbhalsmäusen gehören Eulen und Greifvögel, der Fuchs, verschiedene Marderarten aber auch Katzen.

Zu verwechseln ist die Gelbhalsmaus mit der etwas kleineren Waldmaus. Gelbhalsmäuse sind Anpassungskünstler. Das ist sicherlich ein Grund dafür, dass sie derzeit noch nicht gefährdet sind. Allerdings könnten die zunehmende Zerschneidung der Lebensräume z.B. durch Bebauung und auch Umweltgifte eine zunehmende Gefahr darstellen.

Text: Umwelt- und Naturschutzamt / Katja Frenz, Fachbereich Umweltbildung

Fachliche Zuarbeit: Stiftung Naturschutz / Kristina Roth

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